Von Troyes, der historischen Hauptstadt der Champagne, ist das nächstgelegene Weinbaugebiet (Montgueux) nur etwa zehn Kilometer entfernt. Folglich wäre es ein Sakrileg, über die feine Küche zu sprechen, ohne dieses prickelnde Lebenselixier zu erwähnen: den Champagner!

Viele wissen nicht, dass das Département Aube nach dem Département Marne die zweithöchste Champagnerprodukton (von insgesamt fünf Départements) aufweist… Und dass das Weinbaugebiet mit der Bezeichnung Champagne, das aktuell bepflanzt ist und auf dem produziert wird, 6.500 Hektar umfasst und ein fünftel der Produktion liefert, was einem Potenzial von 50 Millionen Flaschen entspricht.

Die 59 Gemeinden mit der Herkunftsbezeichnung befinden sich größtenteils im Süden des Départements an der Côte des Bar (aus dem Keltischen „bar“, was so viel wie „Gipfel“ bedeutet“) zwischen Bar-sur-Seine und Bar-sur-Aube mit einer Verlängerung auf dem Hügel von Montgueux, der über Troyes emporragt, und im Nordosten bei Villenauxe-la-Grande.

Um sie zu erkunden, nimmt man am besten die Route Touristique du Champagne: von Bar-sur-Aube nach Bar-sur-Seine und in der Region von Les Riceys (wo auch der berühmte „Rosé des Riceys“ produziert wird) führt sie durch zauberhafte Ortschaften und Dörfer, in denen man für Weinproben in den Kellereien einen Halt einlegen kann. Auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Abtei von Clairvaux, die Kristallfabrik von Bayel, das Kunstmuseum Du Côté des Renoir in Essoyes oder der Freizeitpark Nigloland in Dolancourt liegen auf dieser Strecke.

Auf der Route Touristique du Champagne, die speziell beschildert ist, werden Sie von den Winzern herzlich empfangen.

Manche von ihnen tragen das Gütesiegel „Point d‘accueil“, das von einer Jury aus Fachleuten für Tourismus und Weinbau verliehen wird. Für den Besucher ist das eine Qualitätsgarantie: für den Empfang, die Einrichtungen und die Erklärungen, die er bekommt.

La Route du Champagne en Fête ist eine 1995 von den Winzern ins Leben gerufene Großveranstaltung im Sommer, die am letzten Wochenende im Juli oder am ersten im August stattfindet. Das Prinzip dieses außergewöhnlichen Wochenendes besteht darin, Kellereien und Flaschen einer Ortschaft oder eines Gebiets der Côte des Bar zu öffnen, wobei jedes Jahr gewechselt wird. Das Pauschalangebot: mit einer Champagnerflöte und einem Routenplan bekommt man Zutritt zu den Kellereien und erhält bei jedem teilnehmenden Weingut eine kostenlose Weinprobe.

Entdecken Sie den Film über den Champagner

 Terroir, Arbeit auf dem Weinberg, Ausarbeitung, Verkostung…

Der Film „Le vin de Champagne“ in Zahlen:

  • ​      5 Drehtechniken: Boden, Drohne, Zeitraffer, Zeitlupe, Gopro
  •       Die Drehzeit erstreckte sich auf über 400 Tage
  •       300 Tage im Zeitraffer
  •       Mehr als 200 Szenen wurden gedreht
  •       Mehr als 100 Schauspieler und Statisten

Vor den Toren von Troyes

Alle zwei Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Flasche Champagner geöffnet!

Jedes Jahr werden 3 Milliarden Flöten Champagner genossen. In Frankreich und weltweit ist Champagner ein absolutes Luxusprodukt. In der westlichen Welt steht er bei allen Generationen für Feste, Glück und Feierlichkeiten.

Doch die Geschichte des Champagners reicht weit zurück… Es wird geschätzt, dass die ersten Spuren der Champagner-Produktion aus der galloromanischen Zeit stammen, als die Weinkultur in der Champagne begann.

Dieser Wein der Champagne, der sich mit Sicherheit stark von dem Getränk unterscheidet, dass wir heute kennen, wird sich über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickeln. Die Flasche und der Verschluss aus dem Korken der Korkeiche werden ungefähr seit 1660 eingesetzt. Und 1670 wird das Rezept des Champagners durch Dom Pérignon grundsätzlich revolutioniert.

Heute werden in der Champagne jedes Jahr ein Volumen von ungefähr 300 Millionen Flaschen abgefüllt.

Der Champagner ist ein KUB-Wein und muss aus einer ganz genau festgelegten geografischen Gegend stammen: aus der Gegend von Reims, Epernay oder Troyes und muss aus drei Rebsorten gekeltert werden: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay.

Sein Geheimnis liegt im präzisen Herstellungsverfahren, dass von den Geistlichen im 17. Jahrhundert festgelegt wurde und dem bei diesem Wein so beliebten prickelnden Charakter gibt. Die ausschließlich manuell durchgeführten Weinlesen finden zwischen Mitte September und Anfang Oktober statt.

Um eine Oxidierung zu vermeiden, werden die Trauben umgehend nach ihrer Ankunft in der Weinpresse gekeltert. Jeder Winzer vermischt anschließend die von ihm ausgewählten geernteten Säfte. Ausschließlich die Jahrgangschampagner werden in außergewöhnlichen Jahren aus einer einzigen Ernte produziert.

Das Departement Aube ist nach der Marne zweiter Champagner-Produzent. Côte des Bar, ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt von Troyes entfernt, liefert den größten Traubenanteil, produziert aber auch Champagner auf dem Hügel, der Troyes überragt, in Montgueux.

7132 Hektar Weinberge (22 % mit Ursprungsbezeichnung) werden von ungefähr 2500 Erntehelfern und 500 Erzeugern gehegt und gepflegt. Sie befüllen jedes Jahr zwischen 16 und 20 Millionen Flaschen.

Das Land des Pinot Noir

Diese dunkle Traube mit farblosem Saft hat sich besonders gut angepasst und nimmt somit 85 % der Weinberge des Départements Aube ein.

Sie kommt in die meisten der berühmten Cuvées, die den Reichtum und die Vielfalt der Champagnerweine ausmachen. Die Trauben des Pinot Noir sitzen enger beieinander und sind dunkler als beim Meunier, ihr Geschmack ist fruchtig und mit ihnen lässt sich das Reifen eines Jahrgangs vorantreiben.
Der „Chardonnay“ wiederum macht etwa 9 % der bepflanzten Flächen aus. Er herrscht vor allem im Weinbaugebiet von Montgueux vor. Er ist eine Rebsorte mit weißen Trauben, die für ihre Finesse und ihr Aroma bekannt ist.

Die Commanderie du Sault Bouchon

Saulte-Bouchon („Korkenknaller“) war der Name, den dieser prickelnde Wein bei seiner Entdeckung durch die Mönche im 17. Jahrhundert ursprünglich trug. Erst viel später, als er in der gesamten Provinz Champagne populär wurde, verlor er diesen aussagekräftigen Namen.

Vor acht Jahrhunderten hatte der heilige Bernhard von Clairvaux, Gründer der berühmten Zisterzienserabtei im Département Aube, die Idee, in der Gegend den ersten Weinberg zu pflanzen. Um seine Weine auszubauen, ließ der heilige Bernhard bei Bar-sur-Aube den Keller Colombé-le-Sec errichten, der noch heute gut erhalten ist und an diese ruhmreiche Vergangenheit erinnert.

1975 wurde in der schönen Stadt Troyes die Commanderie (Komturei) ins Leben gerufen. Dabei nahm sie das Siegel von Thibaud IV., Graf der Champagne, an. Jedes Jahr werden bei feierlichen Zeremonien neue Mitglieder der Commanderie du Saulte-Bouchon zum Ritter geschlagen.

Mit Fanfaren und prunkvollen Gewändern aus blauem und goldenem Samt unterzieht die Commanderie unter dem Vorsitz ihres Grand-Maître die neuen Anwärter einer Bewährungsprobe: das „Entjungfern“ der Flasche auf Anweisung des Bouchonniers.

Sobald der Bewerber unter der Aufsicht des „Grand Bouteiller du Saulte-Bouchon“ und mit Begleitung des „Porte-Flûtes“ (Flötenträger) und des „Grand Echanson“ (Großer Mundschenk) das Glas gefüllt hat, muss der Zögling den Wein mit Auge und Nase prüfen und schließlich verkosten. Dann folgt der Treueeid.
Der Chancelier kommt heran und legt das rituelle Symbol vor ihm ab: eine imposante „Mathusalem“-6-Liter-Flache.

Dann rollt der Connétable ein Pergament auf, dessen Inhalt die neuen Ritter laut vorlesen müssen. Sie versprechen, Orden und Band bei Festen zu Ehren des Champagners, Versammlungen und diversen Anlässen zu tragen und dem Champagner, dem „König der Weine und Wein der Könige“ treu zu bleiben.


Der Champagner bewahrt „königliche Haltung“

Es gibt elf Sorten von Flaschengrößen für diesen köstlichen Nektar.

Die ersten 5 sind die gängigsten: der Achtelliter, der Viertelliter, die halbe Flasche, die Normalflasche (750 ml) und die Magnumflasche (=2 x 1/1 Flasche).

An dieser Stelle sei an die Namen bzw. Volumenbezeichnungen der anderen Handelsflaschen erinnert, die eigentlich nur zu ganz seltenen Gelegenheiten auftauchen:

  • Jeroboam = 4 x 1/1 Flaschen – Begründer und erster Herrscher Israels (931 – 910 v. Chr.
  • Rehoboam = 6 x 1/1 Flaschen – Sohn des Königs Salomon – Spezialbezeichnung für das Herstellungsverfahren der Champagner-Mönche
  • Methusalem = 8 x 1/1 Flaschen – Patriarch, der in der Bibel für seine Langlebigkeit zitiert wird (969 Jahre)
  • Salmanasar = 12 x 1/1 Flaschen – Assyrerkönig (859 – 924 v. Chr.) Sohn von Assur Nasirpal
  • Balthasar = 16 x 1/1 Flasche – Herrscher von Babylon, Sohn von Nebukadnezer (539 v. Chr.)
  • Nebukadnezer = 20 x 1/1 Flasche – König von Babylon (605 – 562 v. Chr.)